Tuesday, 15 August 2017

Nach Samenspende: Fohlen von Olympia-Hengst ist da

Bei einem Wettbewerb hat ein Meeraner Pferdezüchter vier Ampullen Sperma für seine Stute gewonnen. Jetzt sieht man das Resultat. 

 

Meerane. Auf einem Parkplatz klopfen fremde Menschen an seine Autoscheibe. Seine Frau wird beim Einkaufen darauf angesprochen. Daheim klingelt andauernd das Telefon. "Mit so einem Interesse hätte ich im Leben nicht gerechnet", sagt Martin Wild. Sie alle wollen wissen, wann das Fohlen des Meeraner Pferdezüchters geboren wird.

Kinderwunsch endlich erfüllt: Bloggerin bekommt ein Mädchen (Teil 3)

Mehr als sechs Jahre hat eine Zwickauerin versucht, Mutter zu werden. Selbst nachdem ihre erste Schwangerschaft tragisch endete, gab sie nicht auf. Heute erzählt sie von ihrem neuen Familienleben und so manch gewandelter Vorstellung davon.


Zwickau. Die letzten Stunden hält sie kaum noch aus. Der Bauch ist riesengroß, der Geburtstermin sechs Tage überschritten. Rose* packt die Angst, dass jetzt kurz vorher doch noch etwas schief geht. Sie flucht und wird immer unruhiger. Schließlich entscheidet sie sich, die Geburt einleiten zu lassen. Mehr als sechs Jahre hat die Zwickauerin auf diesen Moment gewartet. Es ist ein lauer Oktobertag, an dem sie zum ersten Mal ihre Tochter in den Armen hält.

Monday, 29 August 2016

Kinderwunsch nicht aufgegeben: Bloggerin ist wieder schwanger (Teil 2)

Seit sechs Jahren hat eine Zwickauerin versucht, Mutter zu werden. Ihre erste Schwangerschaft endete tragisch. Nun scheint ihr Wunschtraum erfüllt zu werden. Von einem beschwerten Bauchgefühl. 

Von Tanja Goldbecher

Zwickau. Das gestreifte Trägertop zeichnet sich eng auf ihrem Körper ab. Rose* legt beide Hände auf ihren runden Bauch. Das Gefühl, ein zweites Leben in sich heranwachsen zu spüren, kennt sie bereits. Genau vor einem Jahr erlebte die junge Frau schon einmal diese innerliche Aufregung, dieses Glück. Ihren damaligen Sohn musste sie jedoch gleich nach der Geburt begraben. In wenigen Wochen wird sie wieder einen Kreißsaal betreten – mit der Angst, dass im letzten Moment wieder etwas schief gehen könnte.

Wednesday, 25 May 2016

Süchtige Kinder: Wenn Eltern verzweifeln

Selbsthilfegruppen für Mütter und Väter von abhängigen Jungen und Mädchen sind in Sachsen selten. In Zwickau gibt es eine. Dafür reisen sogar Angehörige aus dem Erzgebirge und Vogtland an.

Von Tanja Goldbecher

Zwickau. Sein Sohn war zwölf Jahre alt, als Christian Scholze* merkte, dass etwas mit ihm nicht stimmt. In der Schule bekam das Kind schlechtere Noten, es zog sich zurück und fing an, seine Eltern zu belügen. Der Junge begann zu stehlen, um an Geld und damit an Drogen zu kommen: Alkohol, Cannabis und Crystal. Die ganze Familie fing an, unter der Sucht des Sohnes zu leiden.

Fünf Jahre später saß der Junge auf der Anklagebank. Ein Richter gestattete ihm jedoch, statt einer Gefängnisstrafe eine Therapie zu absolvieren. "Das Wasser stand uns zu damals bis zum Hals", sagt der Vater. Den Scholzes wurde schlagartig bewusst, dass sie etwas tun müssen. 2003 kontaktierte das Ehepaar das Blaue Kreuz in Zwickau, um als Familie Hilfe zu bekommen.

Trotz Arbeitsvertrags: Familie bangt um Zukunft in Deutschland

Die Nurzais leben seit drei Jahren in Zwickau. Nun wurde der Asylantrag der Mutter von drei Kindern abgelehnt, obwohl ihr Mann einen Job gefunden hat. Ein Chemnitzer Anwalt sieht jedoch eine Chance, dass sie bleiben kann.

Von Tanja Goldbecher

Wilkau-Haßlau. Die Familie Nurzai lebt seit drei Jahren in Zwickau. Die zwei Söhne und die kleine Tochter sind 13, elf und ein Jahr alt. Der Vater Taghi Nurzai sagt, dass sie vor den Taliban aus Afghanistan fliehen mussten. Als das Fluchtboot in der Ägäis kenterte, sei ein zweijähriges Kind der Familie ertrunken - ein Mädchen. Doch in den letzten Wochen schien sich das Schicksal zum Besseren zu wenden. Taghi hatte in Wilkau-Haßlau eine Arbeit gefunden. Einen Strich durch die Rechnung macht ihm nun eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Es hat den Asylantrag seiner Frau Fahima Nurzai am 20. Februar abgelehnt. Ihr wurden vier Wochen Zeit gegeben, um auszureisen. Warum die Frau nicht bleiben darf, darüber gab die Behörde der "Freien Presse" keine Auskunft.

"Höflich, pünktlich und lernwillig", so beschreibt Holger Liebelt seinen neuen Mitarbeiter - Eigenschaften, die er bei deutschen Bewerbern zum Teil vergeblich suchte. Taghi Nurzai arbeitet seit diesem Jahr für die Firma Liebelt Haustechnik in Wilkau-Haßlau. In einem sechswöchigen Praktikum lernte der Afghane zunächst die Arbeitsabläufe im Lager der Firma kennen. Seit diesem Monat hat ihn der Unternehmer fest angestellt. Dem Familienvater ist es allerdings vorläufig nur gestattet, bis Juni in Deutschland zu bleiben.

Rechter Schatten liegt auf Zwickau

Die Stadt sorgt im Zusammenhang mit dem NSU und Rechtsextremismus immer wieder für Schlagzeilen. Bürger fordern, dass sich etwas ändert.

Von Tanja Goldbecher

Zwickau. Das gelb gestrichene Haus an der Zwickauer Frühlingsstraße ist abgerissen. Die drei Neonazi-Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe verstecken sich dort schon seit vier Jahren nicht mehr. Der Rechtsextremismus wirft aber immer noch Schatten auf Zwickau. Zuletzt ist die Muldestadt am 1. Mai in den bundesweiten Schlagzeilen aufgetaucht, als Bürger, darunter etliche Rechtsextreme, die Kundgebung auf dem Hauptmarkt störten.

Das Ende der Pappel - in Zwickau kein Einzelfall

Von seinem Balkon aus blickt ein 78-Jähriger statt ins grüne Blätterwirrwarr nun auf eine rote Mauer. Mit dem gefällten Baum ist auch das Zwitschern der Vögel aus dem Innenhof verschwunden.

Von Tanja Goldbecher

Zwickau. Wenn Olaf Böhm früher an der Mauritius-Brauerei vorbei gelaufen ist, hat er den Blick immer gen Himmel gerichtet. Bis zu seiner Wohnung an der Zwickauer Max-Pechstein-Straße waren es von dort aus noch etwa zehn Minuten zu Fuß. Die grüne Spitze der riesigen Pappel aus seinem Innenhof sah er aber schon über die Dächer ragen. Die Augen auf diesen Punkt fixiert, kam er seiner Heimat langsam näher.

Wenn der 78-Jährige heute diesen Weg geht, schmerzt ihn die Aussicht. Denn die Pappel, die noch älter als er gewesen sein muss, gibt es nicht mehr. Im März fällten Arbeiter den Baum, ohne eine Ankündigung, ohne eine Erklärung. Als Böhm sie fragte, wer das veranlasst hat, bekam er keine Antwort. Geblieben ist ein Stumpf, eine mit hellen Holzspänen übersäte Wiese und eine Leere im Innenhof. "Der Baum war doch noch kerngesund", sagt der ältere Mann entrüstet. Äste seien lediglich an stürmischen Herbsttagen herabgesegelt.
Als der frühere Papiermacher bei seiner Hausverwaltung nachfragte, erklärte man ihm, sein Vermieter habe damit nichts zu tun. Auch der Inhaber der angrenzenden Knopf- fabrik habe nichts von der Abholzung gewusst. Tatsächlich stand der grüne Riese auf der Wiese des Grundstücks - es gibt jedoch keinen Zaun, und die Mieter teilen sich den Hinterhof.