Tuesday, 12 April 2016

Besorgte und berechnende Bürger

In der Region gibt es zwei Bürgerforen, die in den vergangenen Monaten Kundgebungen und Demos organisierten. Beide gaben sich als Plattform für Kritiker unterschiedlichster Coleur - und relativ wenig Mühe, sich von stramm rechten Gruppen zu distanzieren.

Von Tanja Goldbecher und Thomas Schmotz

Zwickau. Spaziergänge, Sternmärsche, Kundgebungen: Der Verein "Bürgerforum für Sachsen" mobilisierte und kanalisierte in den zurückliegenden Monaten die Protestbewegung in der Region. Speziell für die Kreisstadt hat sich ein zweiter, vom Namen her leicht mit dem ersten zu verwechselnder Verein gegründet: das Bürgerforum Zwickau. Beide sehen sich als Plattform für besorgte Bürger - über Partei- und ideologische Grenzen hinweg. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit.

Thursday, 7 April 2016

Häusliche Gewalt nimmt zu

Im Landkreis Zwickau gibt es mehr Übergriffe in Familien und Partnerschaften. Der Andrang in Frauenschutzhäusern steigt. Dort sinkt jedoch die Anzahl der Plätz

Zwickau. Bis zu ihrer Therapeutin sind es nur wenige Minuten zu Fuß durch die Zwickauer Innenstadt. Auf dem Weg dorthin wird Sabine Berg* plötzlich am Arm festgehalten. Es ist ihr Ex-Freund, der die 53-Jährige mitten am Tag bedrängt, auf sie einredet und an den Haaren zieht. Er versucht, sie zu küssen. Sie will sich losreißen. "Ich bringe dich um, ich schwör's dir", habe er gesagt. Irgendwann lässt er von ihr ab.

Musiker veranstalten neues Festival in Zwickau

Drei Zwickauer lassen einen Tag im Juli den Indie-Rock in der Stadt aufleben. Die Party überschneidet sich jedoch mit dem Störfaktor Festival.

Zwickau. Angefangen hat alles mit einer Band. Mittlerweile gibt es ein eigenes Label und jetzt sogar ein neues Festival in Zwickau. "Wir wollen etwas herzaubern, was wir uns früher selbst in der Stadt gewünscht hätten", sagt Sami Chahrour. Gemeinsam mit seinen beiden Bandkollegen stellt der 28-jährige Zwickauer die Indie-Rock-Party am 9. Juli in der Moccabar auf die Beine.

Friday, 26 February 2016

Wo der Feminismus stecken geblieben ist

Die Zwickauer Künstlerin Elisabeth Decker hat sich die derzeitige Ausstellung „Desperate Housewives“ in den Kunstsammlungen angeschaut. Sie sagt, heute sei vieles einfacher als vor 60 Jahren. Hausarbeit ist trotzdem immer noch überwiegend Frauensache.


Zwickau. Das Seifenwasser läuft ihr über das Gesicht. Nach und nach verwischt die Schminke an ihren Augen. Der Frauenkopf wird in der Waschmaschine samt der dreckigen Wäsche durchgeschleudert. Elisabeth Decker beugt sich nach unten und betrachtet die Videoprojektion im Bullauge der Maschine. „So leicht wie heute war es früher nicht“, sagt die 84-jährige Zwickauerin.

Toleranz verliert mit 160:3000

Ein Sternmarsch asylkritischer und -feindlicher Gruppen aus der ganzen Region ist am Samstag durch Zwickau gezogen. Viele Teilnehmer zeigten offen ihre rechte Gesinnung. Eine Kunstaktion gegen den Marsch wurde vorher zerstört.

Von Konrad Rüdiger, Frank Dörfelt und Tanja Goldbecher

Zwickau. Quer über den ganzen Hauptmarkt standen Worte wie Menschlichkeit, Zukunft, Toleranz und Würde. Es war eine kleine Gruppe von Zwickauern, die sie am frühen Samstagmorgen mit Kreide auf die Steine gemalt hatte. Später am Nachmittag sollte damit verbildlicht werden, wie die Demonstranten des 1. Zwickauer Sternmarsches diese Werte mit Füßen treten.

Iranischer Journalist bekommt Asyl

Saman Jafari hat drei Jahre lang gewartet: Nun darf er in Deutschland bleiben - zumindest vorerst. Seine Freundin hat bereits eine Stelle als Lehrerin in Reinsdorf gefunden.

Tuesday, 29 December 2015

Gefangen in der Warteschleife

Ein iranischer Journalist hofft seit fast drei Jahren darauf, dass ihm Asyl in Deutschland gewährt wird. Unterdessen findet er Halt in einer Zwickauer Kirchgemeinde. 

 

Zwickau. Jeden Morgen, wenn Saman Jafari seinen Briefkasten öffnet, ist da wieder dieses Gefühl. Die Hoffnung, dass ein Brief für ihn gekommen ist, vermischt sich mit der Angst, dass die Antwort negativ sein könnte. Seit drei Jahren wartet der iranische Journalist darauf, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ihm Asyl in Deutschland gewährt.