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In Zwickau gibt
es kaum Bittsteller, die mit so flehentlichem Ausdruck die Rathausstufen
hinaufrutschen, wie diese. Sinnbildlich natürlich. Händler und Gastwirte haben
schon ganz wunde Knie, ihre Münder sind ausgetrocknet. Mit letzter Kraft hauchen
sie den Verantwortlichen entgegen: Lasst unsere Kunden gratis parken! Denn das Thema wird seit Monaten
heiß gekocht, ohne dass auch nur eine kalte Platte herauskäme. Die Leute wollen
aber, dass endlich was passiert.
Die Stadtverwaltung hat das mit dem Weghören aber sehr gut
gelernt. Sie speist das Volk nicht nur mit einem nährstoffarmen Jaja ab, sondern
serviert genüsslich ein Neinnein als Nachtisch hinterher. Selbst die
Brötchen-Taste soll nämlich nun wieder abgeschafft werden. Die Stadtkasse wird
schließlich nicht fetter, nur weil die Leute durch die City bummeln. Gäste
sollen gefälligst ins Parkhaus
fahren, damit der Haushalt nicht abgespeckt werden muss, oder fernab der
Innenstadt ihren Wagen abstellen. Am besten da, wo wir ihn nicht sehen. Sind ja
auch ziemliche Abgasschleudern dabei.
Genau diesem Beispiel ist ein hochklassiger
Personenkraftwagen in dieser Woche gefolgt. Vom Georgenplatz war der grüne
Plastik-Trabi samt Sockel spurlos verschwunden. Ein Mädchen hat ihn nun am
Horch-Museum wiederentdeckt. Gott sei Dank! Jetzt steht er zwar weit ab vom
Schuss, aber was soll’s – in der Innenstadt ist eh nix los!
Also auf ins Museum. Bei diesem Gang können die Zwickauer gleich noch ein zweites Relikt
mitschleppen: den Stadfest-Becher. Denn der ist schon Geschichte, ehe er Legende
wurde, und sollte unbedingt kühl und sicher aufbewahrt werden. „Wahnsinn, ein
unschätzbares Sammlerstück!“ schreibt ein Mann im sozialen Netzwerk. Wahrlich
wahre Worte! Aber was tun, wenn man noch keinen abgekriegt hat? Na, beim
nächsten Stadtfest zwei Euro investieren und das besondere Teil gegen Gläser in
der Schrankwand tauschen. Wenn Zwickau irgendwann leergezogen ist, wird
man sich gern an die verzwickt und zugenähten Becher-Zeiten
erinnern.
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Monday, 31 August 2015
Der ganz normale Schwa(h)nsinn:Was Zwickau diese Woche bewegte.
Wednesday, 17 June 2015
Sächsisch: Das schlechte Image eines Dialektes
| Hier werden Vögel auf Sächsisch gefüttert. Foto: T. Goldbecher |
Zur kompletten Multimedia-Story.
Monday, 8 June 2015
Am Stammtisch Sprachen lernen
Einmal im Monat findet im Club der Kulturen ein internationales Sprachtreffen statt. Hier begegnen sich ausländische und deutsche Studenten. Aber auch alle anderen Chemnitzer sind willkommen.
Chemnitz. Ein weißer Klebezettel haftet an seinem T-Shirt. Mit einem Filzstift hat Lifan Yong die beiden Wörter Englisch und Chinesisch darauf geschrieben. Es sind die beiden Sprachen, die der Chinese beherrscht und die er an diesem Abend mit anderen sprechen möchte. Mit einem Bier in der Hand nimmt Yong an einem runden Holztisch Platz, auf dem das Papierschild "English" steht. Jetzt sitzen ihm ein Brite und ein Inder gegenüber. Lifan Yong stellt sich ihnen vor - auf Englisch.Ein Blick in die Chemnitzer Loge
Freimaurer reden nicht darüber, was sie bei ihren wöchentlichen Treffen besprechen oder wer daran teilnimmt. Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum lässt die Chemnitzer Loge jedoch die Öffentlichkeit rein - ins Vorzimmer.
Chemnitz. In diesen Raum haben Außenstehende eigentlich keinen Zutritt. Vor allem keine Frauen. Die Wände des Vorzimmers sind blau gestrichen. Sprüche von Voltaire und Goethe stehen an der Wand. Auf einem Gemälde sind die Symbole der Freimaurerei, Winkel und Zirkel, abgebildet. Zwei Flügeltüren am Ende des Raumes führen zum Tempel der Chemnitzer Loge zur Harmonie. Dort führen die Freimaurer rituelle Wechselgespräche in Smoking und Zylinder.
Thursday, 16 April 2015
Wir kämpfen gegen Armut
Urte Modlich vom Radiosender Euranetplus interviewt Tanja Goldbecher zu der von ihr mitinitiierten Europäischen Bürgerinitiative.
Wir möchten die Europäische Kommission auf folgende Weise dazu bewegen, auf ein sozialeres Europa hinzuarbeiten: Die Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten soll dahingehend gefördert werden, soziale Ausgrenzung zu bekämpfen. Hierfür gilt es, das Ziel anzustreben, den Anteil derjenigen Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, auf unter 3% zu reduzieren (derzeit 16%).
Thursday, 2 April 2015
Das Tüten-Dilemma
Fast alle Kunden und Händler sind sich einig: Plastiktüten verschmutzen die Umwelt und sollten weniger benutzt werden. Dennoch greifen viele immer noch beim Einkaufen nach den Wegwerftüten.
Rochlitz. Zwei Stück Streuselkuchen und zwei Körnerbrötchen bestellt die Kundin in einer Bäckerei in Rochlitz. Die Verkäuferin verpackt alles in zwei Papiertüten und reicht sie über den Tresen. "Kann ich noch eine Tüte haben", fragt die Kundin. Und schon wieder verlässt eine durchsichtige Plastiktüte das Geschäft. Zu Hause landet sie wahrscheinlich im Müll.
Rumänischer Arzt kommt in sächsischer Kleinstadt an
Die kreiseigene Krankenhausgesellschaft LMK beschäftigt allein sieben Mediziner aus Rumänien. Diese Entwicklung zeigt sich in ganz Sachsen. Walid Raqati zählt zu mehr als 160 rumänischen Ärzten, die im Freistaat praktizieren.
Mittweida/Chemnitz. Walid Raqati kommt gerade aus einer 24-Stunden-Schicht. Eine Stunde hat er in dieser Nacht geschlafen. Sein Blick ist trotzdem hellwach. Der 30-Jährige arbeitet seit fünf Jahren als Internist am Krankenhaus in Mittweida. Dass der Assistenzarzt nicht aus Deutschland kommt, verraten lediglich einzelne Worte, die er anders betont. Gemeinsam mit seiner Frau Elena ist er aus Rumänen ausgewandert.
Walid Raqati ist einer von sieben rumänischen Ärzten, die für die kreiseigene Krankenhausgesellschaft LMK arbeiten. In ganz Sachsen waren es 2013 rund 160 Mediziner aus dem osteuropäischen Land. Vor acht Jahren wurden noch etwa 30 rumänische Ärzte registriert.
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