Thursday, 2 April 2015

Rumänischer Arzt kommt in sächsischer Kleinstadt an

Die kreiseigene Krankenhausgesellschaft LMK beschäftigt allein sieben Mediziner aus Rumänien. Diese Entwicklung zeigt sich in ganz Sachsen. Walid Raqati zählt zu mehr als 160 rumänischen Ärzten, die im Freistaat praktizieren.


Mittweida/Chemnitz. Walid Raqati kommt gerade aus einer 24-Stunden-Schicht. Eine Stunde hat er in dieser Nacht geschlafen. Sein Blick ist trotzdem hellwach. Der 30-Jährige arbeitet seit fünf Jahren als Internist am Krankenhaus in Mittweida. Dass der Assistenzarzt nicht aus Deutschland kommt, verraten lediglich einzelne Worte, die er anders betont. Gemeinsam mit seiner Frau Elena ist er aus Rumänen ausgewandert.
Walid Raqati ist einer von sieben rumänischen Ärzten, die für die kreiseigene Krankenhausgesellschaft LMK arbeiten. In ganz Sachsen waren es 2013 rund 160 Mediziner aus dem osteuropäischen Land. Vor acht Jahren wurden noch etwa 30 rumänische Ärzte registriert.

Tuesday, 27 January 2015

Kaum noch Särge in der Erde

Urnengemeinschaftsgrab in Flöha. Foto: T. Goldbecher
Die meisten Menschen werden in Flöha in einer Urne bestattet. Das schafft Freiraum auf dem Friedhof, zieht aber inzwischen auch einen Wandel der Begräbniskultur nach sich.


Gelbe Rosen und Tulpen stecken in der dunkelgrünen Vase aus Plastik. Monika Leonhardt drückt sie noch ein Stück tiefer in die gefrorene Erde. Der Todestag ihrer Mutter liegt nicht lange zurück. Jede Woche besucht sie die Erdgrabstätte ihrer Eltern. "Für mich ist das ein Bedürfnis, regelmäßig hierherzukommen", sagt die 67-Jährige.

Thursday, 22 January 2015

Den Tod ertragen können

Hospizhelferin Carmen Sehm, Foto: T. Goldbecher

 Carmen Sehm ist eine von fünf ehrenamtlichen Helfern aus Mittelsachsen, die sich beim Chemnitzer Kinderhospizdienst engagieren.


Langsam trieben die bunten Schiffchen den Bach hinunter. Carmen Sehm hatte sie gemeinsam mit ihrem Schützling gefaltet. Spontan sei ihnen die Idee gekommen, Wünsche auf das Buntpapier zu schreiben. "Ich wünsche mir, dass Vati keine Schmerzen mehr hat", stand auf einem der Schiffchen.
Seit einem Jahr ist Carmen Sehm aus Flöha eine ehrenamtliche Helferin in dem Chemnitzer

Wednesday, 7 January 2015

Glaube, Liebe und Hoffnung

Weihnachten 2014, Foto: T. Goldbecher

Der Heiligabend ist für viele Menschen etwas Besonderes. Beim Blick in die erleuchteten Stuben wird schnell klar, dass an diesem Tag bei Christen, Muslimen, Buddhisten und Atheisten die Grenzen der Glaubensgemein- schaften verschwimmen.

Friday, 31 October 2014

Ein gutes Leben ohne Wachstum



Fotos: Tanja Goldbecher

Sie wollen weniger konsumieren, dafür mehr teilen und selber produzieren. Immer mehr Menschen setzen sich für ein gutes Leben jenseits vom Wachstumsdogma der Wirtschaft ein.

Tuesday, 14 October 2014

Ein Handel mit Nebenwirkungen


Das Freihandelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der EU ist einer der
größten Wirtschaftsdeals aller Zeiten. Die Chancen und Risiken aus
amerikanischer Sicht.
Das Europaviertel in Brüssel. Fotos: Tanja Goldbecher
 Small Talk auf Chinesisch – für Peter Chase ist das kein Problem. Seine Kindheit und Jugend hat der Amerikaner in Taiwan verbracht. Auch ein paar Sätze auf Deutsch gehen leicht über seine Lippen. Schnellen Schrittes eilt Chase durch die Büroräume der US Chamber of Commerce in Brüssel. Seit mehr als 30 Jahren vertritt er die Interessen von amerikanischen Unternehmen im Ausland. Derzeit hält ihn vor allem ein Thema auf Trab: TTIP, die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen den USA und der EU.

Tuesday, 2 September 2014

Schäfer in Sachsen: Mit Leidenschaft, ohne Zukunft

Grüne Weiden, duftendes Heu und Seelenruhe scheinen wie die perfekte Idylle. Doch Schafehüten ist kein Traumjob. Geringer Verdienst und fehlender Nachwuchs bedrohen die Existenz der sächsischen Schäfer.

Uwe Keinert und seine Partnerin Branka Buck kümmern sich um die kleinen Lämmer. Foto: Tanja Goldbecher

Behutsam streicht er Otto über das weiße Maul. Der Ostfriesische Milchschafbock lugt zwischen den Holzstäben hervor. Sobald sich Uwe Keinert seinem Stall nähert, beginnt der Bock zu blöken. Es ist sechs Uhr am Morgen, Zeit für die erste Fütterung. Keinert verteilt Berge von Heu auf die Futterraufen der Schafe. Eine Schippe Kraftfutter veredelt die Mahlzeit. Otto schnauft, als er sein Maul in den trockenen Grashalmen vergräbt.